Salzburg, 10.08.2025 (SHW) Christen sollten ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen und selbstbewusst die Idee des Gemeinwohls in die Politik einbringen. Dazu hat der CDU-Politiker und frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag in Salzburg aufgerufen. Sozial- wie sicherheitspolitische Aufbrüche der Nachkriegszeit seien oftmals aus christlicher Motivation und entlang der Prinzipien der Katholischen Soziallehre entwickelt worden, erinnerte Laschet. Daher bereite ihm auch der anhaltende Mitgliederverlust der großen christlichen Kirchen durchaus Sorgen, da damit eine Einübung in Gemeinschaft stiftende Sozialisationsformen unwahrscheinlicher werde bzw. abbreche. Dies hinterlasse eine Lücke, in die Populisten stoßen. „Das ist Gift für das Gemeinwohl“ so Laschet.

Der Politiker sprach im Rahmen eines Festaktes zum Abschluss der heurigen „Salzburger Hochschulwochen“. Diese fanden vom 4. bis 10. August zum Generalthema „Was uns leben lässt … und was uns (vielleicht) vergiftet“ statt. Rund 1.000 Teilnehmende haben an den Vorträgen, Diskussionen und Workshops dieser ältesten deutschsprachigen Sommeruniversität teilgenommen.

Christen hätten „auch heute noch eine Menge anzubieten“, erinnerte Laschet an die Aktualität der in den kirchlichen Sozialenzykliken entfalteten Katholischen Soziallehre. So sei das Prinzip der Solidarität ein katholisches Prinzip, das es bis hinein in die europäischen Verträge geschafft habe und das heute in einem modernen föderalen Staatswesen ungebrochen aktuell sei.

Auch hätten Christen wesentlich Anteil an den friedlichen Umbrüchen in Osteuropa und am Fall der Mauer, erinnerte Laschet, der selber 2007 als Referent und zuvor 1982 als Student an den Hochschulwochen teilgenommen hatte.

Es sei angesichts all dessen bedauerlich, dass die Kirchen ihre Stimmen so selten erheben und sich vielmehr in internen Reform- und Strukturfragen verlieren. Dabei stünde die Gesellschaft vor großen Aufgaben und brauche in dieser Situation nicht zuletzt Trost. Als ein kommendes Problem und eine Aufgabe auch für die Kirchen ortete Laschet abschließend die Einsamkeit vieler Menschen.
                                                                                                                  Text & Fotos: Dr. Henning Klingen